Daimler Truck strebt Milliardenumsatz im Defence-Segment an

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck baut sein Verteidigungsgeschäft weltweit aus und bündelt seine Aktivitäten künftig unter der neuen Dachmarke „Daimler Truck Defence“. Das Unternehmen kündigte Investitionen im mittleren dreistelligen Millionenbereich an und verfolgt das Ziel, den Umsatz in diesem Geschäftsfeld bis 2028 auf eine Milliarde Euro zu steigern.

Mit der neuen Marke sollen die bisherigen Defence-Aktivitäten des Konzerns weltweit unter einem einheitlichen Auftritt zusammengeführt werden. Gleichzeitig plant Daimler Truck, sein Angebot über Fahrzeuge von Mercedes-Benz Trucks hinaus auf weitere Konzernmarken und internationale Fahrzeugportfolios auszuweiten.

Nach Unternehmensangaben arbeiten derzeit rund 1.000 Beschäftigte im Defence-Bereich. Ein Schwerpunkt der Wachstumsstrategie liegt am Standort Wörth am Rhein, wo zusätzliche Arbeitsplätze für qualifizierte Fachkräfte entstehen sollen. Konzernchefin Karin Rådström bezeichnete das Verteidigungsgeschäft als wichtigen Bestandteil der Unternehmensstrategie. Die geplanten Investitionen sollen sowohl die Produktionskapazitäten als auch die Entwicklung neuer Lösungen sowie das Vertriebs- und Servicenetz stärken.

Auch Dennis Kinzelmann sieht erhebliches Wachstumspotenzial. Die weltweite Nachfrage nach militärischer Mobilität nehme zu, erklärte er. Durch globale Fertigungskapazitäten, Lieferketten und Partnerschaften wolle das Unternehmen militärische Fahrzeuge in größeren Stückzahlen und mit kurzen Lieferzeiten bereitstellen.

Ausbau von Produktion und Service

Im Zuge der Expansion will Daimler Truck seine Entwicklungs-, Produktions-, Vertriebs- und Servicekapazitäten in den kommenden Jahren erweitern. Neben dem klassischen Projektgeschäft soll künftig verstärkt das Flotten- und Versorgungsgeschäft bedient werden, das sich durch größere Stückzahlen auszeichnet.

Eine zentrale Rolle spielen dabei die Werke in Wörth am Rhein und Molsheim. Dort können militärische Fahrzeugvarianten in bestehende Produktionslinien integriert werden. Zusätzlich bietet der Konzern in verschiedenen Ländern die lokale Montage militärisch ausgerüsteter Lastwagen an.

Parallel dazu soll das globale Servicenetz weiter ausgebaut werden. Nach Angaben des Unternehmens umfasst dieses bereits rund 5.000 Werkstätten in mehr als 160 Ländern. Ziel sei eine schnellere Ersatzteilversorgung und eine verbesserte technische Unterstützung für Streitkräfte weltweit.

Großaufträge als Wachstumstreiber

Daimler Truck verweist auf mehrere jüngst gewonnene Aufträge als Beleg für die wachsende Bedeutung des Defence-Geschäfts. Dazu zählen ein Auftrag der Bundeswehr für militärische Logistikfahrzeuge, ein Projekt mit den kanadischen Streitkräften in Zusammenarbeit mit General Dynamics Land Systems über mindestens 1.500 Logistik-Lkw sowie ein Rahmenvertrag mit den französischen Streitkräften und dem Rüstungsunternehmen Arquus über 7.000 Lastwagen auf Basis des Fahrzeugs Mercedes-Benz Zetros.

Nach Unternehmensangaben stehen diese Programme beispielhaft für die strategische Ausrichtung auf europäische und transatlantische Partnerschaften sowie eine hohe industrielle Lieferfähigkeit.

Breiteres Portfolio für militärische Anwendungen

Künftig soll das Defence-Portfolio von Daimler Truck deutlich erweitert werden. Geplant ist ein Angebot, das von leichten Mehrzweckfahrzeugen bis zu schweren taktischen Logistikplattformen reicht. Durch die Einbindung weiterer Konzernmarken sollen Kunden zudem verstärkt auf lokal verfügbare Fahrzeugmodelle mit militärischer Ausstattung zugreifen können.

Neben dem Fahrzeuggeschäft setzt das Unternehmen auf integrierte Lösungen, die Entwicklung, Produktion, Systemintegration sowie langfristige Service- und Unterstützungsleistungen umfassen. Dabei sollen modulare Plattformen und Kooperationen mit Partnerunternehmen die Anpassung an unterschiedliche militärische Anforderungen erleichtern.

Mit der Bündelung seiner Defence-Aktivitäten und den angekündigten Investitionen positioniert sich Daimler Truck stärker im internationalen Markt für militärische Mobilitäts- und Logistiklösungen und will dort in den kommenden Jahren eine führende Rolle einnehmen.

Bilder: Daimler Truck AG

8 Kommentare
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Phil Osovi
28 Tage zuvor

Schade um die Ressourcen.
Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.

Marco
Reply to  Phil Osovi
28 Tage zuvor

Was soll uns diese Weisheit nun sagen?!? Wer die Augen vor Realität verschließt, hat ebenfalls nichts gelernt, so einfach ist das!!!

Phil Osovi
Reply to  Marco
28 Tage zuvor

Die Augen vor der Realität verschließen? Im Gegenteil. Die Realität ist, dass jede Generation aufs Neue glaubt, dieses Mal sei das Aufrüsten „alternativlos“ und „notwendig“. Und am Ende steht man wieder vor den Trümmern. Wer aus der Geschichte lernt, durchbricht die Spirale, statt sie mit Milliarden zu füttern.

Marco
Reply to  Phil Osovi
28 Tage zuvor

Erzähl diese pazifistische „Weisheit“ mal dem ukrainischen Volk … *facelpalm*

Pano
Reply to  Phil Osovi
28 Tage zuvor

Daimler bzw Mercedes baut schon lange Fahrzeuge für den Militäreinsatz. Heute wird es lediglich offensiver vermarktet.
Grüße
Pano

Phil Osovi
Reply to  Pano
28 Tage zuvor

Das ist bekannt. Es gab sogar eine Zeit, da hat Daimler bzw Mercedes nur Fahrzeuge für den Militäreinsatz gebaut. Ich erlaube mir zu sagen, die Aera war nicht so der Renner.

Adrian
Reply to  Phil Osovi
28 Tage zuvor

Jaja dann zieh nach Russland

Cornelius
Reply to  Adrian
27 Tage zuvor

Die russophoben Kommentare, die in jedem Aufrüstungs- und Kriegsgegner gleich den Systemfeind erkennen, werden langsam alt. Was wir davon haben, ist teure Energie und Firmen wie Daimler, die ihre Arbeitsplätze nach Ungarn und nach China verlagern.